Alle im Akutbereich tätigen
künstlerischen Therapeutinnen und Therapeuten sollten sich die OPS-301/Version
ab 2004/Text Ziffer 9-401.4 bei http://www.dimdi.de
ansehen und die Ziffer auch benutzen!
Der erfolgreichen Abbildung
und Codierung künstlerisch-therapeutischer Leistungen sind seit 2002 große
Anstrengungen bezüglich Vernetzungsarbeit und Studienrecherche vorausgegangen.
Weiter:
Diese Abrechnungsziffer,
die Anfang 2003 sozusagen „auf Vorschuss“ erteilt wurde und seit 2005 fest
im OPS verankert ist, ist eine direkte Folge der Resolution "Resolution zur
Stärkung der psychosozialen Versorgung im Akutkrankenhaus". Auch die sechs
musiktherapeutischen Verbände der Kasseler Konferenz (KK) gehörten zu den 145
Verbänden mit insgesamt weit über 1 Million (!) Mitgliedern, die die
Resolution unterzeichnet haben und die bei DIMDI (Deutsches Institut für
Medizinische Dokumentation und Information) eingereicht wurde. Die weitere
gesundheitspolitische Arbeit wurde dann allerdings - aus Gründen der
Ehrlichkeit muß es so gesagt werden - vor allem von Verbänden aus den
Bereichen Bildende Kunst und
Tanz und Bewegung geleistet, und hier ist an erster Stelle Bettina
Kunzmann (Diplom-Kunsttherapeutin, Deutscher Fachverband für Kunst- und
Gestaltungstherapie DFKGT) für die kontinuierliche Bearbeitung der Thematik zu
danken.
Nach dem Einbringen der
Resolution 2002 war die nächste große Aufgabe, Angaben zu Relevanz, Häufigkeit,
Kosten, der Unterscheidbarkeit und der Eigenständigkeit zu erbringen. Durch
zwei große Erhebungen des DFKGT und des BVAKT (Berufsverband für
Anthroposophische Kunsttherapie) konnten Statistiken erarbeitet werden, die stellvertretend
für ALLE den Künstlerischen Therapien zu Verfügung gestellt wurden.
Frau Kunzmann nahm Kontakt
zu Dr. David Aldridge (Lehrstuhl für Qualitative Forschung, Institut für
Musiktherapie, Uni Witten/Herdecke) auf, der
vor allem bei der Studienrecherche für Anträge
auf Aufnahme der Künstlerischen Therapien in AWMF-Leitlinien[1]
sehr hilfreich war, indem er auch Studien kostenlos zur Verfügung gestellt hat!
Mittlerweile können neben
der o. g. direkten Ziffer weitere Abrechnungsziffern von Künstlerischen
Therapien (Kunsttherapie, Musiktherapie u.a.) im klinischen Akutbereich genutzt
und damit diese Leistungen abgerechnet werden.
Die feste Verankerung der
Prozedur 9-401.4 im OPS heisst jedoch nicht, dass sie absolut "sicher"
ist, denn bei jeder neuen Überarbeitung kann diese Ziffer rausfliegen. Daher
ist es wichtig, dass die Ziffer auch benutzt wird. Alle im Akutbereich tätigen
Künstlerischen Therapeutinnen und Therapeuten sollten von der Ziffer wissen!
Sie sollten ihre Klinikchefs ansprechen und in der Verwaltung nachforschen, ob
die Ziffern benutzt werden.
Fallpauschalen
- die berufspolitischen Auswirkungen des neuen Abrechnungssystems
lt.
Art. 4 Gesundheitsreformgesetz 2000
Mit der neuen Regelung kann
es sich dahin entwickeln, dass Fallpauschalen (DRGs = Disease Related Groups)
auch im ambulanten Bereich eingeführt
werden. Grundlage dafür - und auch in anderen Bereichen wie Psychiatrie u.a. -
wird der vorhandene Katalog aus dem Akutkrankenhaus-Bereich sein. Es ist von außerordentlicher
Bedeutung, dass die Künstlerischen Therapien bereits dort abgebildet sind. Der
Erfolg rechtfertigt nachträglich das phasenweise workoholic-artige Arbeiten -
immer unter enormem Zeitdruck - von Einzelpersönlichkeiten insbesondere im
DFKGT und BVAKT ….
Allerdings
wird die Arbeitsbelastung nicht weiter so konzentriert auf Einzelne sein dürfen,
das notwendige Engagement muß auf mehr Schultern verteilt werden. Es ist verständlich,
dass sich Frau Kunzmann nach fast 5jährigem „Dauerlauf“ aus der Arbeit der
AG DRG FKT zurückzieht. Die Einführung der DRGs in die Psychiatrie,
Psychosomatik, Pädiatrie usw. lässt schon jetzt erneut einen riesigen
Arbeitsaufwand für die psychosozialen Verbände erkennen.
Verfasserinnen: Cornelia
Notholt (BVAKT) und Ilse Wolfram (BVM)
[1]
In der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften) sind derzeit 151
wissenschaftliche Fachgesellschaften aus allen Bereichen der Medizin
zusammengeschlossen. Infos: www.awmf-online.de